nach oben
QUIZ
 

DER AUSBILDUNGSVERTRAG - DEIN START INS BERUFSLEBEN

Herzlichen Glückwunsch! Du hast eine Lehrstelle bekommen. Doch vor dem Start Deiner Ausbildung wird zwischen Dir als Lehrling und Deinem Ausbilder ein Vertrag geschlossen. Diese Vereinbarung zwischen den beiden Parteien muss immer in schriftlicher Form erfolgen. Hier erfährst Du, was alles in den Ausbildungsvertrag gehört und welche Rechte und Pflichten darin für Dich geregelt sind. 

    Allgemeine Informationen

    Das sollte in einem Arbeitsvertrag auf keinen Fall fehlen

    Nimm Dir genug Zeit, um den Vertrag aufmerksam durchzulesen! Denn mit Deiner Unterschrift tritt dieser dann in Kraft. Solltest Du noch keine 18 Jahre alt sein, dann müssen auch Deine Eltern unterschreiben. Nach der Unterzeichnung erhältst Du selbstverständlich eine Kopie, die Du sorgfältig aufbewahren solltest.

    Dein Ausbildungsvertrag

    © Butch - Fotolia.com

    Grundsätzlich fasst ein Arbeitsvertrag die Rechte und Pflichten zusammen, die mit dem Arbeitsverhältnis einhergehen. Mit Deiner Unterschrift verpflichtest Du Dich als Arbeitnehmer vor allem dazu, die im Vorfeld besprochene Leistung zu erbringen. Dein Chef stimmt wiederum zu, Dir dafür eine Vergütung zu zahlen, indem er das Dokument unterschreibt.

    Folgende Punkte sollte Dein erster Arbeitsvertrag abdecken

    • Vertragsparteien: Zwischen wem wird der Vertrag geschlossen?
    • Beginn des Arbeitsvertrags: Zu welchem Zeitpunkt soll das Arbeitsverhältnis beginnen? Ab wann muss eine Vergütung gezahlt werden?
    • Arbeitsinhalte & Tätigkeitsbeschreibung: Was sind Deine Aufgaben und wie gestalten sich die damit zusammenhängenden Inhalte?
    • Befristung: Handelt es sich um ein befristetes Arbeitsverhältnis, welches zu einem vertraglich festgelegten Datum automatisch endet, oder ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, das auf unbestimmte Zeit geschlossen wird?
    • Probezeit: Soll eine Probezeit vereinbart werden? In einem Arbeitsvertrag ist dieser Punkt optional, bei einem Ausbildungsvertrag jedoch verpflichtend. Die Probezeit darf nicht länger als sechs Monate dauern und ermöglicht es sowohl Dir als auch Deinem Arbeitgeber, herauszufinden, ob die Erwartungen erfüllt werden und das Ganze überhaupt harmoniert. Daher gilt in dieser Zeit auf beiden Seiten eine Kündigungsfrist von zwei Wochen.
    • Arbeitsort: Wo sollst Du zukünftig Deiner täglichen Arbeit nachkommen? Dies ist vor allem wichtig, wenn ein Unternehmen über mehrere Zweigstellen verfügt.
    • Arbeitszeit: Wie viele Stunden sollst Du in der Woche arbeiten und an welchen Tagen? Hierbei müssen die Vorschriften aus dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) eingehalten werden.
    • Gehalt: Wie hoch ist Deine Vergütung? Zahlt Dein Arbeitgeber Zusatzleistungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld? Wann bekommst Du Dein Gehalt ausgezahlt (Anfang oder Mitte des Monats)?
    • Kündigungsfristen: Welche Kündigungsfrist ist einzuhalten? Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) schreibt eine Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende des Monats vor. Innerhalb der Probezeit gelten jedoch die genannten zwei Wochen.
    • Urlaub: Wie viele Urlaubstage hast Du im Jahr? Hier ist das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) zu berücksichtigen, welches bei einer Fünf-Tage-Woche mindestens 20 Tage Urlaub vorsieht.
    • Krankheit: Wann musst Du Deinem Chef mitteilen, dass Du krank bist und wann brauchst Du ein Attest?
    • Überstunden: Bekommst Du anfallende Überstunden bezahlt oder erhältst Du dafür einen Freizeitausgleich? Wichtig: Eine Klausel im Arbeitsvertrag, die besagt, dass eine nicht definierte Anzahl an Überstunden mit dem regulären Gehalt abgegolten ist, ist nicht zulässig!
    • Nebenberufliche Tätigkeiten: Ist Dein Arbeitgeber damit einverstanden, dass Du noch einen Nebenjob hast oder verbietet er es?

    Tipp: Bei Unsicherheiten Rat von Außenstehenden einholen

    Da es sich um Deinen ersten Arbeitsvertrag handelt, ist es ganz normal, dass Du Dir bei gewissen Punkten unsicher bist. Es schadet daher nicht, Deine Eltern oder Bekannte das Dokument durchlesen zu lassen, bevor Du unterschreibst. Nimmt Dir auch dieser Schritt nicht Deine Zweifel, besteht immer noch die Möglichkeit, einen Anwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen, um auf der sicheren Seite zu sein.

    » Hole Dir hier weitere Informationen zu Deinem ersten Arbeitsvertrag

    Ausbildungsdauer

    Die gesetzlich geregelte Ausbildungsdauer

    Eine Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Doch unter bestimmten Umständen kann diese verkürzt oder verlängert werden.

    Wenn Du Deine Ausbildung verkürzen willst, dann musst Du zuerst mit Deinem Ausbilder sprechen. Sollte Dein Arbeitgeber Deinem Anliegen zustimmen, dann musst Du einen schriftlichen Antrag bei der zuständigen Kammer stellen. Jedoch fragt diese Einrichtung noch bei Deiner Berufsschule nach, ob sie mit Deinen Leistungen zufrieden sind und eine Versetzung in eine höhere Berufsschulklasse gewährleistet ist.

    Verkürze Deine Ausbildung

    Unter folgenden Bedingungen kannst Du Deine Ausbildung verkürzen (Du musst mindestens eine Bedingung erfüllen):

    • Realschulabschluss: Verkürzung der Ausbildungsdauer auf ein halbes Jahr
    • Abitur: Verkürzung um maximal 1 Jahr
    • Fachhochschulreife in der entsprechenden Fachrichtung: Verkürzung bis zu zwei Jahren.
    • Wenn Du während der Ausbildung überdurchschnittlich gute Leistungen erbracht hast.
    • Wenn Du Dich durch bestimmte Veranstaltungen weitergebildet hast.

    Wenn Du oder Dein Ausbilder Deine Lehre verlängern wollt, weil Du Dein Ausbildungsziel nicht erreichst (z.B. durch schlechte Leistungen in der Schule, Zwischenprüfung nicht bestanden oder längeren Ausfall durch Krankheit usw.), dann muss ebenfalls ein Antrag bei Deiner zuständigen Kammer gestellt werden.

    Abkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit werden im Berufsbildungsgesetz (BBiG) §8 geregelt.

    Rechte & Pflichten des Auszubildenden

    Rechte und Pflichten des Auszubildenden

    Ein Ausbildungsvertrag beruht auf dem allgemeinen Arbeitsrecht und dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Als Lehrling hat man dementsprechende Pflichten einzuhalten, aber auch Rechte, an die sich der Ausbilder halten muss.

    Start in die Ausbildung

    © contrastwerkstatt - Fotolia.com

    Deine Pflichten

    Die grundlegendste Pflicht des Auszubildenden ist es, den Beruf mit größtem Bemühen und höchster Motivation zu erlernen. Um das Arbeitsverhältnis nicht zu gefährden, sollten die Vorschriften des Ausbildungsbetriebs vom Lehrling eingehalten werden, sonst drohen Sanktionen wie Abmahnung oder sogar eine Kündigung. Zu den Regeln gehören zum Beispiel, dass Du...

    1. ... sorgsam mit dem Arbeitsmaterial (z.B. Berufsbekleidung), welches Dir vom Betrieb zur Verfügung gestellt wird, umgehst.
    2. ... Verschwiegenheit bewahrst.
    3. ... im Krankheitsfall sofort Deinem Arbeitgeber Bescheid gibst und ab dem dritten Tag eine Krankschreibung vorlegst. Wenn Du in der Berufsschulzeit krank wirst, denke daran sowohl die Schule als auch Deinen Ausbildungsbetrieb darüber in Kenntnis zu setzen!
    4. ... ein Berichtsheft schreibst.
    5. ... am Berufsschulunterricht teilnimmst. 

    Deine Rechte

    Wer Pflichten nachkommt, kann natürlich auch Rechte einfordern. So hat jeder Azubi Anspruch auf Urlaub und geregelte Arbeitszeiten. Zudem hast Du ein Recht auf:

    • Ausbildungsvergütung
    • Kündigung (mit einer 4-wöchigen Frist)
    • ein Zeugnis am Ende Deiner Ausbildung

    Außerdem sind Lehrlinge nicht dazu verpflichtet, Aufgaben zu übernehmen, die nicht dem Ausbildungszweck dienen (z.B. private Erledigungen für den Ausbilder).

    Rechte & Pflichten des Ausbilders

    Rechte und Pflichten des Ausbilders

    Als Ausbilder übernimmt man für seinen Lehrling eine gewisse Verantwortung. Damit das Arbeitsverhältnis auf beiden Seiten ein angenehmes bleibt, müssen bestimmte Rechte und Pflichten eingehalten werden.

    Pflichten

    Damit Du als Lehrling Dein Ausbildungsziel erreichst, hat der Ausbilder die Pflicht, die Ausbildungsinhalte sachgemäß zu vermitteln. So muss er auch Dein Berichtsheft durchlesen und Dir die Möglichkeit geben, während Deiner Arbeitszeit Dein Heft zu vervollständigen.

    Zu einer dualen Ausbildung gehört der Besuch der Berufsschule für den Lehrling zum Pflichtprogramm. Der Ausbilder muss Dich deshalb für den Unterricht an der Berufsschule und für Sonderveranstaltungen, die dem Ausbildungsziel dienen, freistellen.

    Dein Arbeitgeber

    © contrastwerkstatt - Fotolia.com

    Außerdem sollte Dich Dein Arbeitgeber am ersten Tag über die Vorschriften im Betrieb aufklären, z.B. über den Arbeitsschutz im Unternehmen. Aus diesem Grund ist es eine weitere Pflicht des Ausbilders, Dir geeignetes Arbeitsmaterial zur Verfügung zu stellen, damit Du sicher und ordentlich arbeiten kannst. Weiterhin muss Dich Dein Ausbilder bei der Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherung melden, damit Du für die Zukunft abgesichert bist. Natürlich zahlt der Arbeitgeber nicht den vollen Betrag dieser Versicherungen, sondern nur einen Teil. Der Rest wird Dir vom Bruttogehalt abgezogen.

    Am Ende jeder Ausbildung ist dein Ausbildungsbetrieb verpflichtet, Dir ein Zeugnis auszustellen. Auch bei einer Kündigung hat der Azubi das Recht, eine schriftliche Beurteilung zu erhalten.

    Rechte des Ausbilders

    Der Ausbilder hat das Recht, von seinem Azubi Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit und Verschwiegenheit einzufordern. Bei Verstößen der Pflichten hat der Ausbilder das Recht, eine Abmahnung an den Lehrling zu erteilen. Diese Abmahnung wird in Deiner Personalakte vermerkt und kann Deine Übernahme in das Unternehmen nach dem Absolvieren Deiner Ausbildung gefährden. Bei mehrfachen Verstößen kann der Ausbilder den Lehrling kündigen. In der Probezeit ist das ohne Angaben von Gründen möglich.

    Probezeit & Kündigung

    Das musst Du über die Probezeit wissen

    Gemäß dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) „beginnt das Berufsausbildungsverhältnis mit einer Probezeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier betragen“.

    Probezeit & Kündigung in der Ausbildung

    © klickerminth - Fotolia.com

    Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden“ (BBiG). Nach der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis vom Arbeitgeber ohne Einhaltung einer Frist nur gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ansonsten müsse beide Seiten Fristen einhalten, die im Arbeitsvertrag festgelegt sind.

    Für Auszubildende gilt eine Kündigungsfrist von vier Wochen. Für beide Parteien gilt, dass eine Kündigung immer schriftlich erfolgen muss. Eine Kündigung ist jedoch unwirksam, wenn der Grund bzw. das bestimmte Ereignis der Kündigung  länger als zwei Wochen bekannt ist. Das bedeutet, eine Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen erfolgen, wenn es einen schwerwiegenden Grund gibt.

    Arbeitszeit & Urlaub

    Arbeitszeiten & Urlaub - Das musst Du wissen

    Während einer Ausbildung haben die Lehrlinge Anspruch auf geregelte Arbeitszeiten und geregelte Freizeit. Diesen Bedarf an geordneten Zeiten regeln verschiedeneGesetze: Für Jugendliche, die das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und das
    Berufsbildungsgesetz (BBiG). Auszubildende über 18 Jahre werden wie Erwachsene nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) und dem Bundesurlaubgesetz (BUrlG) behandelt.

    Wann und wie lange arbeite ich?

    In vielen Punkten sind sich alle Gesetzesschriften einig, z.B.:

    1. Jugendliche dürfen nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.
    2. An Sonn- und Feiertagen dürfen Arbeitnehmer bzw. Auszubildende nicht beschäftigt werden.
      » In einigen Wirtschaftszweigen ist die Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen allerdings erlaubt (z.B. Gastronomie, Not- und Rettungsdienst bzw. Krankenhäuser, Theater, Hörfunk und Fernsehen usw.). Sollten Jugendliche jedoch trotzdem an einem Sonntag beschäftigt werden, so ist ihnen die Fünf-Tage-Woche gesichert, indem sie an einem Tag in derselben Woche freigestellt werden. Die beiden wöchentlichen Ruhetage sollen nach Möglichkeit aufeinander folgen. Am 24. und 31. Dezember dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nach 14 Uhr nicht beschäftigt werden.

    Wenn Du an einem Tag jedoch weniger als acht Stunden arbeitest, dann kann es sein, dass Du an den anderen Tagen 8,5 Stunden arbeitest, um so auf Deine vorgeschriebene Stundenanzahl zu kommen und die Arbeitszeit nachzuholen. 

    In einigen Branchen dürfen Lehrlinge bis 18 Jahre auch nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit beschäftigt werden: in Gaststätten- und Schaustellgewerbe bis 22 Uhr, in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr, in der Landwirtschaft von 5-21 Uhr und in der Bäckerei ab 5 Uhr.

    Nach getaner Arbeit steht Dir natürlich eine Pause zu. Wenn Du zwischen 4,5 und 6 Stunden gearbeitet hast, dann stehen Dir 30 Minuten Pause zu. Falls Du mehr als 6 Stunden arbeitest, dann kannst Du eine Pause von 60 Minuten in Anspruch nehmen. Außerdem muss zwischen zwei Arbeitstagen eine Ruhephase von 12 Stunden für Dich gewährleistet sein. 

    Urlaub – Akkus wieder aufladen

    Urlaubsanspruch in der Ausbildung

    © bluedesign - Fotolia.com

    Aber die vorgeschriebenen Ruhephasen reichen nicht aus, um sich zu erholen. So hat der Arbeitgeber jedem Arbeitnehmer für jedes Kalenderjahr einen bezahlten Urlaub zu gewähren. Wenn Du noch nicht 16 Jahre alt bist, dann stehen Dir mindestens 30 Werktage Urlaub zu. Bei noch nicht vollendetem 17. Lebensjahr stehen jedem Lehrling mindestens 27 Werktage als Urlaub zur Verfügung. Mindestens 25 Werktage Urlaub bekommt jeder Jugendliche, der das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hat. Bei Jugendlichen über 18 Jahre tritt das Bundesurlaubsgesetz in Kraft. Dies besagt, dass jeder Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens 24 Werktage Urlaub hat.

    09/2016

    Das könnte dich interessieren

    Was verdienst Du als Azubi?

    Wir haben die aktuellen Ausbildungsgehälter für Dich zusammengestellt. 

    Von A wie Arbeitszeit...

    ...bis Z wie Zwischenprüfung - Begriffe aus der Welt der Ausbildung verständlich erklärt: 

    Ausbildung mit Handicap

    Informiere Dich hier, wie Dir der Start ins Berufsleben gelingt und welche Fördermöglichkeiten Dir zur Verfügung stehen.

    Ausbildung mit Kind

    Informiere Dich hier, wie Du Ausbildung und Familie gut unter einen Hut bekommen kannst. 

     

    Top-Arbeitgeber stellen sich vor

    DFS ist Arbeitgeber des Monats

    Lerne den Top-Arbeitgeber des Monats kennen und erfahre mehr über die Ausbildung bei der DFS!
    Top-Arbeitgeber DFS Deutsche Flugsicherung