nach oben
QUIZ
 

Ausbildung bei der Polizei

Polizist ist für viele Schüler ein absoluter Traumjob. Wer sich für den Polizeiberuf entscheidet, muss jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen und ein mehrstufiges Auswahlverfahren erfolgreich meistern. Die wichtigsten Infos zu den Anforderungen und der abwechslungsreichen Ausbildung haben wir hier zusammengestellt: 

    Überblick

    „Die Polizei – Dein Freund und Helfer"

    Den Spruch haben wir alle schon mal gehört. Aber was genau verbirgt sich eigentlich dahinter?

    Die Polizei ist ein Exekutivorgan des Staates, d.h. es ist ihre Aufgabe die Einhaltung der vom Staat erlassenen Gesetze zu überwachen. Hauptaufgabe ist es hierbei die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und gegebenenfalls auch wiederherzustellen sowie die Regelung des Straßenverkehrs und strafbare Handlungen zu verfolgen. Auch die Gefahrenabwehr gehört zum Aufgabenbereich der Polizei.

    Polizisten sind befugt, im Rahmen der Ausübung ihrer Tätigkeit auch Gewalt oder Zwang anzuwenden. Allerdings ist dies kein Freifahrtschein, denn die Befugnisse und Bestimmungen sind im Polizeirecht genau geregelt – und auch ein Polizist darf sich dem Gesetz nicht widersetzen.

    Die Polizei ist der Top-Arbeitgeber der Schüler

    © Arno Bachert_pixelio.de

    Berufswunsch Polizist

    Eine Ausbildung bei der Polizei erfreut sich bei Schülern großer Beliebtheit. Für über 15 Prozent der im Rahmen der Studie "trendence Schülerbarometer" befragten Schülerinnen und Schüler ist die Polizei Wunscharbeitgeber Nummer eins.

    Wenn Du gern Polizist oder Polizistin werden möchtest, hast Du eine anstrengende Ausbildung vor Dir, die dich auf einen anspruchsvollen Beruf vorbereiten soll. Du musst nicht nur selbst die Gesetze kennen und beachten, sondern dafür sorgen, dass andere es auch tun. Der Alltag vieler Streifenpolizisten wird jedoch nicht von der Verbrecherjagd bestimmt, sondern von Büroarbeit und kleineren Einsätzen, wie zum Beispiel bei der Meldung von Lärmbelästigung. 

    Das Leben eines Polizisten ist vom Schichtdienst geprägt und kann unter Umständen auch gefährlich werden. Dafür bekommt man dann eine große Job-Sicherheit, ein festes Gehalt und diverse zusätzliche Anreize, wie zum Beispiel die Verbeamtung – reich wird man als Polizist jedoch nicht. Wer Polizist werden möchte, sollte dies folglich nicht des Geldes wegen machen oder aus Mangel an Alternativen. Eine gesunde Portion Idealismus zusammen mit viel Motivation und einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit sollte die Grundvoraussetzung für den Berufswunsch sein.

    Ausbildung

    Eine vielseitige Ausbildung

    Die Ausbildung zum Polizisten, oder korrekt bezeichnet Polizeivollzugsbeamten, findet entweder in der Polizeischule oder bei den Polizeiverbänden statt. Die Ausbildung wird von den Ländern organisiert, das heißt, dass sich die Lehrinhalte und die Dauer in verschiedenen Bundesländern voneinander unterscheiden.

    Abhängig von Deiner schulischen Ausbildung, kannst Du eine Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst antreten, das entspricht in etwa einer Berufsausbildung oder im gehobenen Dienst an einer Polizeifachhochschule. Die Ausbildung im mittleren Dienst dauert etwa zweieinhalb und im gehobenen etwa drei Jahre.

    Hierbei gilt es zu beachten, dass nicht alle Bundesländer in jedem Bereich ausbilden. Du solltest Dich also früh genug schlau machen, welche Ausbildungen in Deinem Bundesland verfügbar sind oder überlegen ob Du umziehen möchtest.

    Ausbildung zum Polizisten

    © Gerhard Seybert - Fotolia.com

    Aufbau der Ausbildung

    Die Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten ist in eine theoretische und praktische Ausbildung gegliedert. Das in der Theorie erlernte Wissen wird dann in praktischen Unterrichtseinheiten angewendet.

    Wie in fast allen Ausbildungen üblich, wird das erlernte Wissen in regelmäßigen Abständen abgeprüft und zum Schluss der Ausbildung eine Abschlussprüfung abgelegt, die Dich dann – je nach gewählter Laufbahn – entweder als Polizeimeister oder Polizeikommissar auszeichnet.

    Lehrinhalte

    Wichtig ist, dass ein Polizist die für seinen Beruf relevante Rechtslage kennt. Daher stehen unter anderem 

    • Strafrecht
    • Strafverfahrensrecht
    • Polizeirecht
    • Verwaltungsrecht
    • Verfassungsrecht
    • Sicherheitsrecht
    • Dienst- bzw. Beamtenrecht 

    auf dem Lehrplan.

    Weitere wichtige Fächer, in denen ein Polizist speziell ausgebildet wird, sind zum Beispiel

    • Polizeidienstkunde
    • Funktechnik/Funkverkehr
    • Kriminalistik und Kriminologie
    • Waffenkunde

    Darüber hinaus muss ein Polizist eine angemessene Allgemeinbildung vorweisen können. Entsprechend stehen politische Bildung, Sozialkunde und Englisch auf dem Lehrplan.

    Praxis

    In der Praxis muss ein Polizist eine Waffen- und Schießausbildung und eine Fahrausbildung hinter sich bringen. Einsätze müssen trainiert und ein Erste-Hilfe-Kurs absolviert werden. Unsportlich darf ein angehender Polizist nicht sein, denn es stehen auch Selbstverteidigung und Dienstsport auf dem Programm.

    Anforderungen

    Strenge Auflagen für Bewerber

    Bevor Du dich bei der Polizei bewerben kannst, musst Du erst einige formale Kriterien erfüllen. Für eine Ausbildung im mittleren Dienst benötigst Du einen Realschul- oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Wenn Du das Studium im gehobenen Dienst anstrebst, brauchst Du mindestens die Fachhochschulreife.

    Des Weiteren musst Du auch eine EU-Staatsbürgerschaft vorweisen und Du darfst keine Vorstrafen haben. Für gewöhnlich gilt für Frauen eine Mindestkörpergröße von 1,60 Meter und für Männer 1,65 Meter. Außerdem solltest Du bei der Bewerbung mindestens 16 und höchstens 31 Jahre alt sein.

    Auswahlverfahren

    Wenn Du all diese Kriterien erfüllst und mit Deiner Bewerbung überzeugen konntest, kommst Du ins Auswahlverfahren. In mehreren Schritten wird hier getestet, ob Du ein geeigneter Kandidat für die Polizeiausbildung bist. Zum Auswahlverfahren gehört ein Einstellungstest, bei dem Deine Sprachbeherrschung, Mathematikkenntnisse, Dein Allgemeinwissen, logisches und visuelles Denkvermögen sowie Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen getestet werden. Dann musst Du Dich einem Sporteignungstest unterziehen, der zeigen soll, ob Du genügend Kraft, Ausdauer, Koordination und Schnelligkeit für den Job mitbringst.

    Hast Du diese beiden Tests erfolgreich hinter Dich gebracht, gibt es noch ein Vorstellungsgespräch, ein Gruppengespräch (unter anderem mit Referat) und die Polizeiärztliche Untersuchung, um zu prüfen, ob Du überhaupt dienstfähig bist.

    Wenn Du noch keinen Führerschein hast, dann musst Du diesen bis zum Ende der Ausbildung in der Klasse B erwerben.

    Regionale Unterschiede

    Nicht jedes Auswahlverfahren in jedem Bundesland sieht gleich aus. Die Zusammenstellung, Reihenfolge und auch die Kriterien können variieren, da jedes Bundesland die Ausbildung selbst organisiert. Auch gibt es Unterschiede bei einer Bewerbung für den gehobenen Dienst. Die Ansprüche an die Bewerber sind hier deutlich höher.

    Buchtipp

    Das Handbuch „Die Bewerbung zur Ausbildung bei Polizei und Zoll" vom Ausbildungspark Verlag beschreibt sämtliche Stationen des Berufseinstiegs: Von der Stellensuche und dem gesamten Bewerbungsprozess bis hin zu ärztlichen Untersuchungen. Mit den aktuellen Einstellungskriterien und Einstiegsmöglichkeiten bist Du mit diesem Buch gut gewappnet, um Deinen Traumjob zu ergattern. 

    Aufgaben

    Eine Ausbildung – Viele Möglichkeiten

    Du bringst alle Anforderungen mit, die ein Polizist braucht und hast das Auswahlverfahren gut überstanden? Dann kann’s ja losgehen. Aber was genau macht ein Polizist eigentlich außer Streife fahren? Wir stellen Dir hier die wichtigsten Aufgaben und Tätigkeiten der Polizei vor.

    Als Polizist kannst Du in verschiedenen Bereichen tätig sein: zum Beispiel bei der Schutzpolizei, dem Streifendienst, der Verkehrsüberwachung, in der Verwaltung oder als Fachlehrer/in. 

    Polizistin bei einer Verkehrskontrolle

    © Gerhard Seybert - Fotolia.com

    Der „typische“ Polizist, dem man auch auf der Straße begegnet, ist im Polizeieinzeldienst tätig und übernimmt dann folgende Aufgaben:

    Aufgaben im Polizeieinzeldienst:

    • Wach- und Streifendienst
    • Objekt- und Personenschutz
    • Gewerbeangelegenheiten
    • Kinder- und Jugendangelegenheiten
    • Kontaktbereichsleiter
    • Verkehrserziehung
    • Verkehrsüberwachung
    • Ermittlungen, Erhebungen
    • Organisation

    Des Weiteren können Polizisten z.B. auch im Kriminaldienst arbeiten und übernehmen dann spezialisierte Aufgaben.

    Aufgaben im Kriminaldienst:

    • Ermittlungen in Strafsachen
    • Erkennungsdienst
    • Staatsschutz
    • Mobiles Einsatzkommando
    • Technik (z.B. Überwachung, Funk)

    Man kann nach der Polizeiausbildung auch in einen geschlossenen Verband der Polizei aufgenommen werden und in folgenden Bereichen tätig werden.

    Aufgaben in geschlossenen Verbänden:

    • Sicherung von Versammlungen und Veranstaltungen
    • Transportbegleitung
    • Staatsschutz
    • Führung von Ausbildungslehrgängen
    • Geländedurchsuchungen
    • Einsatzhundertschaften
    • Großfahndung
    • Spezialeinsatzkommando

    Wenn man gut mit Tieren umgehen kann, besteht die Möglichkeit der Reiterstaffel beizutreten oder sich als Diensthundeführer ausbilden zu lassen. Zudem gibt es noch Aufgaben bei der Hubschrauberstaffel, als Taucher oder Bootsführer, in der Fahndung, der Ausbildung und vielem mehr.

    Gehalt

    Absicherung statt Reichtum

    Keine Frage, wer bei der Polizei arbeitet, braucht gute Nerven. Unregelmäßige Arbeitszeiten und ständige Konflikte bestimmen den Alltag. Im Extremfall kann es sogar sein, dass man sein Leben oder seine Gesundheit in Gefahr bringt. Das sollte sich doch wenigstens finanziell für die Polizeibeamten lohnen – oder?

    Da Polizisten Beamte sind und für den Staat arbeiten, wird das Gehalt als „Besoldung“ bezeichnet und wird nach dem Landesbesoldungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes geregelt. Das führt zu regionalen Unterschieden bei der Besoldung der Beamten. Außerdem gibt es je nach Schulabschluss auch die Möglichkeit im mittleren oder gehobenen Dienst einzutreten, was sich ebenso auf die Entlohnung auswirkt.

    So bietet zum Beispiel Baden-Württemberg folgende Besoldung an: 

    mittlerer PolizeivollzugsdienstNetto-Gehalt
    1. Ausbildungsjahrca. 1.050 €
    2. Ausbildungsjahrca. 1.100 €
    3. Ausbildungsjahrca. 1.150 €

      

    gehobener PolizeivollzugsdienstNetto-Gehalt
    1. Ausbildungsjahrca. 1.100 €
    2. Ausbildungsjahrca. 1.150 €
    3. Ausbildungsjahrca. 1.200 €

    Quelle: nachwuchswerbung.polizei-bw.de (Stand: 09/2017) 

    Besoldung nach der Ausbildung

    Auch hier gibt es Differenzen. Wie viel Du verdienst, hängt von Deinem Dienstgrad ab, wie lange Du schon in der Position tätig bist, wie alt Du bist und von der Region, in der Du arbeitest. Auch der soziale Status, d.h. ob Du verheiratet bist oder Kinder hast, wird bei der Besoldung in Form eines Familienzuschlags berücksichtigt. Wer im Schichtdienst arbeitet, kann auch mit Zuschüssen zur Verpflegung und bei Wochenend-, Feiertags- und Nachtschichten rechnen.

    Konkretes Beispiel: Nach bestandener Laufbahnprüfung als Polizeimeister im mittleren Dienst würdest Du zunächst nach der Besoldungsgruppe A7 bezahlt. In Nordrhein-Westfalen wären dies aktuell 2.289,24 Euro im Monat (Quelle: Deutscher Beamtenbund Nordrhein-Westfalen).

    Hinzu kommen noch weitere Vorteile für den Beamten. Die lebenslange Verbeamtung und damit die Sicherheit der Anstellung sind nicht zu unterschätzen. Mit dem Staat als Arbeitgeber ist man relativ unabhängig von Krisen in der freien Wirtschaft – auch wenn diese sich trotzdem auch auf den Etat auswirken.

    Arbeitszeit

    Immer im Einsatz

    Als Polizist ist man rund um die Uhr im Einsatz. Unfälle passieren auch am Wochenende, die Bürger brauchen polizeiliche Hilfe zu jeder Tageszeit und Kriminelle treiben ihre dunklen Machenschaften bevorzugt in der Nacht. Das spiegelt sich im Tagesablauf eines Polizisten wieder. Es gilt zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit zu sein.

    Daher muss sich ein angehender Polizeibeamter auch auf Schichtdienst vorbereiten. Orientieren kann man sich – wie auch in Betrieben – an einer 38-41-Stunden-Woche. Jedoch ist hier Flexibilität gefragt und es ist nicht unwahrscheinlich, dass man seinen Arbeitstag auch mal verlängern muss, weil man noch zu einem Einsatz gerufen wird.

    Schichtmodelle

    Die einzelnen Schichtmodelle unterscheiden sich von Revier zu Revier und von Position zu Position. Für genauere Informationen ist es sinnvoll, einfach im betreffenden Revier nachzufragen. Ein Beispiel für ein Schichtmodell könnte so aussehen:

    06:00 – 13:00 Uhr Frühdienst
    13:00 – 20:00 Uhr Spätdienst
    20:00 – 06:00 Uhr Nachtdienst

    Dann hängt es vom Verfasser des Dienstplans ab, wer welchen Schichten zugeteilt wird. Wer am Wochenende arbeitet, der bekommt dafür an einem Wochentag frei, so dass gewährleistet ist, dass man genügend Erholungszeit bekommt.

    Das könnte dich interessieren

    Berufsorientierung

    Welchen beruflichen Weg möchtest Du einschlagen? Wir geben Dir Tipps an die Hand, wie Du Deinen Wunschberuf findest. 

    Ausbildung im Handel

    An dieser Stelle präsentieren wir Dir die Handelsbranche mit all ihren Facetten.

    Außergewöhnliche Jobs vorgestellt

    Wir stellen Dir Alternativen zu den klassischen (Neben-)Jobs vor, mit denen Du gutes Geld verdienen kannst. 

    Was verdienst Du als Azubi?

    Wir haben die aktuellen Ausbildungsgehälter für Dich zusammengestellt. 

     

    Top-Arbeitgeber stellen sich vor

    DFS ist Arbeitgeber des Monats

    Lerne den Top-Arbeitgeber des Monats kennen und erfahre mehr über die Ausbildung bei der DFS!
    Top-Arbeitgeber DFS Deutsche Flugsicherung