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QUIZ
 

STUDIERENDE ELTERN – EIN BALANCEAKT

Du steckst mitten im Studium und hältst plötzlich ganz unerwartet einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen? Oder hast Du Dich ganz bewusst für diesen Zeitpunkt zum Kinderkriegen entschieden? Einige Studierende gehen diesen wichtigen Schritt im Laufe ihres Studiums, weil sie beruflich ungebunden und zeitlich noch deutlich flexibler sind. Wir informieren Dich darüber, wie Du Dein Studium mit deiner Familie unter einen Hut bekommst.

Effektives Zeitmanagement ist das A und O

Dass Du als Mutter oder Vater gleichermaßen studieren kannst, versteht sich von selbst. Doch es ist alles andere als einfach… Ein Studium erfordert ohnehin schon viel Disziplin und Organisationstalent. Die Situation mit einem Kind zu meistern, ist eine Doppelbelastung, die gut durchdacht sein will. Egal, ob die Schwangerschaft geplant war oder Du ganz unerwartet während des Studiums schwanger geworden bist, die Universitäten bieten Urlaubssemester an, sodass Du Dein Studium individuell unterbrechen und je nach Möglichkeit nach der Geburt und Elternzeit fortsetzen kannst.

Finanzielle Unterstützung

Studierende mit Kind erhalten Eltern- und Kindergeld. Wie es sich mit der Krankenversicherung verhält, ob Dein Kind kostenlos mitversichert werden kann oder es selbst versichert werden muss, wird im Einzelfall geklärt. Bei einer kurzen Unterbrechung hast Du weiterhin Anspruch auf BAföG im Studium, allerdings nur, wenn diese nicht über drei Monate hinausgeht. Bei einer längeren Abwesenheit wird von einem Urlaubssemester ausgegangen, bei dem kein Anspruch auf Weiterzahlung besteht. Wichtig ist, dass Du Dich entweder an Deiner Uni oder in einer entsprechenden Beratungsstelle bei einem Gespräch umfassend über finanzielle Unterstützung informierst, damit Du weißt, was Dir zusteht.

Kennst Du die Website www.familien-wegweiser.de? Sie ist ein Angebot vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Hier findest Du alle Informationen, die Du als Elternteil benötigst. Mit der Suche ‚Familie regional‘ kannst Du Beratungsstellen und Ansprechpartner in Deiner Nähe ausfindig machen.

Prüfungsvorbereitung und Zeit mit dem Kind

© doble.d - Fotolia.com

Familienberatung an der Uni

Die meisten Unis bieten einen Familienservice an. Sie fungieren sowohl als Beratungs- als auch erste Anlaufstelle für studierende Eltern bei allen Fragen rund um die Vereinbarkeit von Familie und Studium. Wie an Deiner Fakultät mit Fehlzeiten umgegangen wird oder ob Du Dein Kind mit in die Vorlesung nehmen kannst, kann hier genauso geklärt werden, wie alle Fragen rund ums Urlaubssemester. Zudem werden regelmäßige Familientreffen veranstaltet, die (werdende) Eltern zusammenführen sollen.

Kinderbetreuung – Wer zuerst kommt, ma(h)lt zuerst

Du solltest Dein Kind möglichst zeitnah bei einer Tagesmutter oder einer Kindertagesstätte anmelden. Am besten befasst Du Dich frühzeitig mit dem Thema Kinderbetreuung. Manche Eltern kümmern sich sogar schon in der Schwangerschaft um einen Kitaplatz, was die Chancen deutlich erhöht. Die Betreuungssituation variiert jedoch von Bundesland zu Bundesland. Informiere Dich über alles Wissenswerte (Kita-Gutschein, Betreuungsumfang, Finanzierung…) beim Jugendamt. Eine Liste der zuständigen Jugendämter findest Du auf der Homepage Deiner Stadt.

Die Zeit ist rar

Für eine durchwachte Nacht hast Du vermutlich andere Gründe als Deine Kommilitonen. Bei Dir stehen künftig Windelwechseln, Impfungen und Kita-Alltag eher an der Tagesordnung als Cocktails trinken, auf Parties gehen oder der WG-Alltag.

Vergiss aber nicht, Dir zwischendurch Pausen zu gönnen, um Deine Akkus wieder aufzuladen. Auch wenn Deine Freunde in ganz anderen Lebenssituationen stecken, unternehmt etwas gemeinsam! Sie werden Freude daran haben, Dein Kind aufwachsen zu sehen und sich in Zukunft um die Babysitterstunden reißen! :)   

Unterstützung, wenn es mal eng wird

Eine große Unterstützung können die Großeltern Deines Kindes sein. Wenn ein Seminar doch einmal in eine ungünstige Zeit fällt oder die Kita genau an dem Tag wegen einer Fortbildung geschlossen ist, an dem Du ausschließlich zur Sprechstunde ins Prüfungsbüro gehen kannst, sind die eigenen Eltern oft ein großer Segen. Doch auch Freunde springen gerne als Babysitter ein und freuen sich auf eine willkommene Spielstunde auf dem Campus, während Du Deine Angelegenheiten regelst.

Zeit mit Oma und Opa

© famveldman - Fotolia.com

Aber nicht immer ist die Organisation so leicht. Die Kinder werden krank – und das nicht selten – und nicht immer wohnen die Eltern in der Nähe oder sie sind selber noch berufstätig. Auch die Beziehung junger Eltern geht in manchen Fällen in die Brüche, wenn die Kinder noch ganz klein sind. Das Wichtigste ist, dass Ihr an einem Strang zieht und auf das Wohl des Kindes bedacht seid. Nehmt Hilfe in Anspruch und strukturiert Euren Alltag von vorne bis hinten gut durch. So wird der Spagat zwischen Familie und Studium gelingen.

Wusstest Du schon?

  • Eltern genießen in manchen Bibliotheken einen Sonderstatus. So ist es für sie beispielsweise an der Christian-Albrechts-Universität Kiel gestattet, die benötigte Literatur auch länger als in der üblichen Frist auszuleihen. Sogar einige Exemplare des Präsenzbestandes können kurzfristig ausgeliehen werden, vorausgesetzt, der entsprechende Nachweis wird erbracht, dass die Familiensituation die Nutzung in der Bibliothek nicht zulässt.
  • Die Uni Rostock bietet ihren Studierenden z.B. mit KESS (Kinder-, Eltern-, Spiel- und Studierzimmer) einen einzigartigen Ort mit Arbeitsplätzen, der zusätzlich einen Spiel- und Schularbeitsbereich für Kinder bis zu 12 Jahren umfasst.
  • Die Leuphana Universität Lüneburg verfügt auch über ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer und bietet zudem Spielzeugkisten to go an. So können sich Studierende nach Bedarf eine Kiste für das entsprechende Kindesalter ausleihen und mit ihrem Kind den Campus unsicher machen. 
  • Viele weitere Angebote für den Nachwuchs halten in deutschen Hochschulen und Universitäten Einzug und machen die Lehrstätten damit familienfreundlicher. So sind Spielecken, Kinderportionen und -stühle in der Mensa mittlerweile genau so üblich wie die Eltern-Kind-Kurse im Hochschulsport.
08/2016

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